Ich möchte ja eigentlich nicht wissen, wie hauptberufliche Chefs so mit sich selbst im reinen sind. Bei uns jedenfalls hat der kaufmännische Geschäftsführer (nanu, kein einziges englisches Wort?!) unter den Angestellten und Aushilfen einen Ruf wie ein überdimensioniertes Raubtier im Dschungel.

Ist er in den Abteilungen unterwegs, wird im Umkreis warnend sein Name in Kurzform gezischt, bedeutende Mimik und Gestik deuten den Betroffenen sein Erscheinen, vielleicht sogar seine Erscheinung, an. Wohlverhalten wird in seiner Gegenwart im wahrsten Sinne vorauseilendem Gehorsam zur Schau gestellt und in ruhigen, vermeintlich unbeobachteten Momenten werden seine Taktiken erörtert (still und leise aus schwer einsehbaren Ecken die Kassierer überwachen etc.). Gemunkelt und gekuscht wird, was das Zeug hält.

Vielleicht ist man auch erst dann ein richtiger Chef, wenn man so als wandelnde Gefahr wahrgenommen wird. Und nicht mehr als Mensch.